Vorbemerkungen von Günter Grau (Herausgeber):
Dokumente einer Diskriminierung und Verfolgung
Quellen zur Anti-Homosexuellenpolitik im Nationalsozialismu
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"Suprema lex salus populi!"
Gemeinnutz vor Eigennutz!

Begründungen des NS-Staats zur Strafwürdigkeit der Homosexualität...

Schaltstelle Reichshauptstadt:
Reichszentrale zur Bekämpfung von Abtreibung und Homosexualität

Ein immer straffer arbeitender Informationsweg von der zentralen Verfolgungsbehörde bis zu den unteren Dienststellen erhöhte die Verhaftungszahlen von Homosexuellen gegen Ende der 30er Jahre.

Razzien, Verbote und Verhaftungen 1933 bis 1935:
Wie Hirschfelds Sexualwissenschaftliches Institut demoliert und zerstört wurde
Ein zuverlässiger Augen- und Ohrenzeuge, der, ohne selbst dem Institut anzugehören, die Vorgänge genau verfolgen konnte, hat über die ungeheuerliche Zerstörung dieser weltbekannten wissenschaftlichen Forschungs-, Lehr- und Heilstätte in Berlin ein Protokoll aufgenommen...

Lebenswerk zerstört:
Aus einem Brief des Verlegers A. Brand
Bei der Vernichtung der Schriften von Dr. Magnus Hirschfeld waren überwiegend antisemitische Tendenzen und Vorurteile entscheidend, die weniger den homosexuellen Vorkämpfer, als den homosexuellen Juden treffen wollten...

Der Rassegedanke:
Grundpfeiler der NS-Weltanschauung
»Ob das Volk für eine Ausscheidung des Minderwertigen durch Tötung bereits Verständnis aufzubringen vermag, mag dahingestellt bleiben, sicher aber begrüßt es heute zumindest die Ausrottung des Sittlichkeitsverbrechers und damit die Verhütung einer asozialen Nachkommenschaft. Der rassischen Aufartung aber hat das gesamte Recht zu dienen.«

Nazis unter sich:
Kastration als Instrument repressiver Politik

Brief Dr. Rodenberg, SS-Sturmbannführer, z. Zt. im Reichssicherheitshauptamt, an RJM, Ministerialrat Rietzsch...

Grundzüge der NS-Politik gegen Homosexuelle:
Ziele, Methoden und Tätergruppen

Grau wendet sich auch einem bislang wenig beachteten Aspekt zu: der Mitwirkung von Ärzten an der den Nationalsozialisten vorschwebenden "Lösung der Homosexuellenfrage"...

Totgeschlagen, totgeschwiegen:
Auch in Österreich ohne Entschädigung
Das österreichische Strafgesetzbuch von 1852 normierte in § 129 lit b bis 1972 die Verfolgung homosexueller Männer und – zum Unterschied zur reichsdeutschen Gesetzgebung – auch Frauen...

"Einsam war ich nie":
Schwule unter dem Hakenkreuz

Als '175er' wird Friedrich-Paul von Groszheim von den Nationalsozialisten verfolgt, landet zweimal im Gefängnis und schließlich im Konzentrationslager. 'Freiwillig' muss er in dieser Zeit eine Kastration an sich vornehmen lassen. Trotz aller Widrigkeiten leugnet er niemals seine Homosexualität und genießt die schwule Szene der Goldenen Zwanziger ebenso wie die nach 1969...

glbt-ta / haGalil onLine 22-12-2003