[Nicht nur David und Jonathan]

Der erste gleich-geschlechtliche Sex
Genesis 9
[6]


Nach dem Ende der Sintflut betrinkt sich Noah und schläft nackt in seinem Zelt ein. Als sein Sohn, Cham
[7], ihn nackt auf dem Erdboden ruhen sieht (Zitat[8]), rennt er sofort zu seinen beiden Brüdern, um ihnen davon zu berichten. Sobald Schem und Jefet[9] davon erfahren, greifen sie zu einer Decke und verbergen seine Scham, indem sie rückwärts mit dem Rücken zugewendet auf ihn zugehen. Noah wacht auf und erkennt genau, was während seines Schlafes vorgefallen war. Daraufhin verwünscht er seinen Sohn, Cham, dass die Nachkommen seines Sohnes, Knan[10], auf immer Sklaven sein werden.

Diese Geschichte scheint aus verschiedenen Gründen sonderbar: Wenn Noah betrunken war, wie konnte er dann das, was um ihn herum vor sich ging, bewusst wahrnehmen? Ist der Anblick der Blöße des betrunkenen Vaters ein dermaßen schlimmes Vergehen, das die ausgesprochene Verwünschung rechtfertigt? Worin liegt überhaupt Chams Übertretung der Regeln, wenn doch sein Vater derjenige war, der nackt und betrunken in seinem Zelt seine Blöße offenbarte? Es entsteht wiederum der Eindruck, dass im Laufe der Neuverfassungen auch diese Bibelstelle nicht von Streichung und Vertuschung verschont worden ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Cham für mehr als nur ein flüchtiges Hinschauen von Noah verwünscht worden ist, für etwas, das an Frevel grenzt.

Auch Raschi geht auf diese Ungenauigkeit ein und formuliert dazu klar und deutlich in seinem Kommentar, der Redaktor habe hier nicht das Wesen des Vergehens wiedergegeben; Raschi ist der Ansicht, Chams Vergehen sei sehr viel schwerwiegender als nur ein Blick auf des Vaters Blöße. Laut Raschi gibt es zweierlei Erklärungen für sein Handeln: Entweder es hatte etwas mit "Kastration" oder mit "Paarung"[11] zu tun.

Wenn man die zweite Bedeutung genauer unter die Lupe nimmt, so hat diese im Hebräischen folgende synonyme Bedeutungen: "Begattung bei Tieren" oder "Geschlechtsverkehr von Menschen"[12].
Es besteht kein logischer Zusammenhang darin, was einen Menschen dazu bewegen könnte, seinen Vater mit einem Tier zu paaren; naheliegender ist also die Annahme, dass Noah sich über den Geschlechtsverkehr zwischen Männern erbost. Man könnte zwar einwenden, dass es sich in diesem Falle nicht um einen homosexuellen geschlechtlichen Akt handelt, sondern um Geschlechtsverkehr zwischen Mitgliedern der selben Familie, also Inzest. Trotzdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass nach der Sintflut so gut wie keine Menschen auf der Erde waren, man kann also von der Auslegung Raschis ausgehen, Cham habe mit diesem geschlechtlichen Akt seine spontane sexuelle Lust befriedigt.

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glbt-ta / haGalil onLine 08-12-2003

 


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