Speicherung von Homosexuellen sofort stoppen:
Polizei-Skandal um "Rosa Listen"

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist entsetzt darüber, dass Homosexuelle in einigen Bundesländern von der Polizei registriert werden: "Solche 'Rosa Listen' erinnern an die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, als Homosexuelle staatlich geächtet und verfolgt wurden. Es ist unfassbar, dass derartiges im Jahr 2005 in Deutschland noch möglich ist", meint Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), nachdem die Speicherung von Homosexuellen durch die Polizeibehörden verschiedener Bundesländer bekannt wurde.

Wie der Spiegel berichtete, werden Lesben und Schwule von der Polizei in Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen registriert. Bei der Eingabe von Ermittlungsergebnissen in die Computersysteme "IGVP" und "PVP" kann die Polizei die jeweiligen Fälle und die beteiligten Personen der Kategorie "homosexuell" zuordnen. Mit dem Kürzel *omosex* ist es den Ermittlern möglich, sämtliche entsprechenden Datensätze abzurufen, einschließlich der Personalien der gespeicherten Personen.

Bei der beschriebenen Praxis geht es nicht etwa um die Aufklärung von homosexuellenfeindlichen Gewalt- und Straftaten. Vielmehr werden Personen aufgrund von dubiosen Kriterien wie dem "Aufenthaltsort von Homosexuellen" gespeichert.

Der Lesben- und Schwulenverband hat die Innenminister der betroffenen Länder in einem Schreiben aufgefordert, die beschriebene Praxis sofort zu unterbinden. Die Datenschutzbeauftragten aller Länder sind aufgefordert, die jeweilige Polizeipraxis und die verwendeten Computerprogramme im Hinblick auf den bekannt gewordenen Skandal zu überprüfen.

LSVD Pressestelle
Alexander Zinn, Pressesprecher, Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e.V.
Willmanndamm 10, D - 10827 Berlin
Fon: 030 - 789 54 778, Fax: 030 - 789 54 779
Mobil: 0174 - 904 87 87, Url:
www.lsvd.de

Speicherung von Homosexuellen im IGVP:
"Rosa Listen"? - und kein Ende?

Die in Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen eingesetzte Polizei-Software IGVP bietet umfangreiche Speicherungsmöglichkeiten von Homosexuellen...

Konstruieren wir einen Fall:

Offener Brief
Ein Schwuler nimmt seine heterosexuellen Freunde mit in ein Schwulencafé. Sie werden Zeuge einer Straftat. Der Sachbearbeiter kann somit alle Zeugen mit der Schlüsselnr. 901 versehen...

ta / haGalil onLine 26-07-2005

 


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In 2003:

 


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