Grundzüge der NS-Politik gegen Homosexuelle:
Ziele, Methoden und Tätergruppen

Günter Grau arbeitet zur Sozialgeschichte der Homosexualität, u.a. von 1991 bis 1998 am Institut für Geschichte der Medizin der Charité Berlin, danach bis Februar 2002 am Institut für empirische und angewandte Soziologie in Bremen. Veröffentlichungen u.a.: Und diese Liebe auch. Theologische und sexualwissenschaftliche Einsichten zur Homosexualität (1989); Schwulsein 2000. Perspektiven im vereinigten Deutschland (2001); Homosexualität in der NS-Zeit. Dokumente einer Diskriminierung und Verfolgung (2004 – erweiterte Neuausgabe)

Homosexuelle Frauen und Männer gehören bis heute zu den gern "vergessenen" Opfern des Nationalsozialismus. Über ihr Schicksal, ihre Verfolgung und ihren Alltag ist wenig bekannt. Unter den Opfern der NS-Diktatur nehmen sie einen besonderen Platz ein: Im Unterschied zu anderen von den Nazis zu Hauptfeinden erklärten Bevölkerungsgruppen wurden sie schon vor 1933 verfolgt. Auch nach 1945 wurden verfolgte Homosexuelle nicht als Opfer anerkannt, sondern häufig weiter kriminalisiert.

Günter Grau hat eine umfassende Sammlung von Dokumenten zur Homosexuellenverfolgung vorgelegt. In einem Vortrag in Jena wird er die Grundzüge der NS-Politik gegen Homosexuelle vorstellen und die Ziele, Methoden und Tätergruppen der Verfolgung analysieren.

Die Mitwirkung von Ärzten an der den Nationalsozialisten vorschwebenden "Lösung der Homosexuellenfrage"

Grau wendet sich deshalb einem speziellen, bislang wenig beachteten Aspekt zu: der Mitwirkung von Ärzten an der den Nationalsozialisten vorschwebenden „Lösung der Homosexuellenfrage“ und hier insbesondere an der Kastration homosexueller Männer.
Beteiligt waren daran Fachvertreter unterschiedlicher Disziplinen. Am Wirken des Jenenser Nervenarztes Rudolf Lemke, des Münchner Amtsarztes Theodor Vierstein und des KZ-Arztes Carl Vaernet wird die Rolle der Universitätspsychiatrie, Gerichtsmedizin und Endokrinologie bei der Durchsetzung der propagierten "Ausmerzung" der Homosexualität beleuchtet. Ihre Mitwirkung ist insofern exemplarisch, als das Vorgehen der braunen Machthaber auf breite Zustimmung unter Ärzten stieß.
Ärzte hatten keine Skrupel, das radikalisierte Vorgehen des Regimes gegen die Homosexuellen zu legitimieren und zu seiner praktischen Umsetzung beizutragen.

Vortrag in Jena/Thüringen
  
Reiseland Deutschland:
Thüringer Hotel will keine Aidskranken aufnehmen

Ein Hotel im thüringischen Friedrichroda hat die Aufnahme von Aidskranken «aus Rücksicht auf die übrigen Gäste» abgelehnt. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) sprach von einem besonders krassen Beispiel der Diskriminierung von HIV-Infizierten und Aidskranken und forderte ein wirksames Anti-Diskriminierungsgesetz in Deutschland...

Fortdauernde Diskriminierung:
Homosexuelle bis heute nicht als NS-Verfolgte anerkannt
Am 15. Mai 1897 entstand in Berlin mit der Gründung des "Wissenschaftlich-Humanitären Komitees" durch Magnus Hirschfeld die weltweit erste Homosexuellenorganisation, die in den "goldenen zwanziger Jahren" bereits 40.000 Mitglieder zählte...

Offene Rechnung in der Geschichte:
Homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes

Historiker gehen von etwa 50.000 homosexuellen NS-Opfern aus. Geschätzt wird, dass 5.000 davon aus Berlin waren. 1945 erlebten sie die Befreiung vom Faschismus, nicht aber die Befreiung vom NS-Recht...

Psychiater als Handlanger des Terrors:
Homosexuelle als NS-Staatsfeinde

Bis Mitte der Dreißigerjahre galt Homosexualität in Deutschland als Krankheit; schwuler Sex wurde nur auf Antrag verfolgt. Das NS-Regime verschärfte den Paragrafen 175...

Homosexualität in der NS-Zeit
Dokumente einer Diskriminierung und Verfolgung
von Günter Grau

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Kurzbeschreibung (Rosa Winkel): Eine umfassende und akribisch edierte Sammlung von Dokumenten zur Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit. Homosexuelle Frauen und Männer gehören bis heute zu den oft vergessenen Opfern des Nationalsozialismus. Über ihr Schicksal, ihre Verfolgung und ihren Alltag ist wenig bekannt. Günter Grau legt hier seine umfassende und akribisch edierte Sammlung von Dokumenten zur Homosexuellenverfolgung vor und einen Bericht von Claudia Schoppmann über die damalige Situation lesbischer Frauen.
  

"Einsam war ich nie"
Schwule unter dem Hakenkreuz

1933-1945
Lutz van Dijk

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Vorw. v. Wolfgang Popp / Unter Mitarb. v. Günter Grau
2003. 175 S. m. zahlr. Fotos. 20,5 cm
Querverlag

glbt-ta / haGalil onLine 22-12-2003

 


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In 2003:

 


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